NSN: Wirtschaftliches Umfeld

04.03.2010 von Inken Wanzek

Die Marktbedingungen im Telekommunikationsmarkt werden von den Netzwerkausrüstern als anhaltend schwierig wahrgenommen, spürbares Wachstum wird nicht erwartet. Ericsson und Nokia Siemens Networks wollen aber, wie bereits angekündigt, Marktanteile hinzugewinnen. Der Vorstandsvorsitzende von NSN, Rajeev Suri, hat die Gewinnung von Marktanteilen zum obersten Ziel erklärt. NSN hat im vergangenen Jahr erheblich Marktanteile vor allem an die preisaggressive chinesische Konkurrenz abgegeben und damit zweistellig an Umsatz verloren.

Der Preisdruck von Huawei und ZTE dürfte auch 2010 unvermindert anhalten“, prophezeite Scott Siegler, Analyst beim US-Marktforschungsinstitut Dell’Oro im Gespräch mit rendite. Er glaubt auch, dass es Ericsson unter diesen Umständen schwer fallen wird, Marktanteile und operative Marge (Ebitda-Basis) zugleich zu verteidigen.

Während Ericsson weiter auf zweistellige Renditen setzt, haben Nokia Siemens Networks und Alcatel-Lucent für das kommende Jahr ein einstelliges Wachstum angekündigt. Aufgrund des “hoch kompetitiven Umfeldes”, so Alcatel-Lucent, könne nur mit einer Marge zwischen 1 und 5 Prozent gerechnet werden, ließ der Konzern wissen. NSN will irgendwo zwischen Break-even (Gewinnschwelle) und 2 Prozent landen. Die Renditeerwartungen für 2010 sollen bei NSN offensichtlich wieder mit erneutem Stellenabbau erreicht werden.

Nach einer Studie der Deutschen Bank dürften die Mobilfunknetzbetreiber 2010 weltweit allein 72 Mrd. Dollar in mobile Breitbandtechnik investieren. Das Gros entfällt auf den asiatisch-pazifischen Raum mit 34 Mrd. Dollar gefolgt von Nordamerika mit 19 Mrd. Dollar und Europa mit 14 Mrd. Dollar. Laut Dell’Oro dürften Marktführer AT & T und Telekomtochter T-Mobile USA im laufenden Jahr die größten Investitionen tätigen. Speziell für T-Mobile rechnen Analysten auch mittelfristig mit einem jährlichen Budget von etwa 3 Mrd. Dollar, weil das Unternehmen im Vergleich zum Wettbewerb zurückliegt und in der Netztechnik nachrüsten muss.

Der US-Markt ist nicht nur deshalb besonders interessant, weil er stärker als der europäische wächst, sondern weil die chinesischen Anbieter hier kaum eine Rolle spielen und somit der Preisdruck geringer ist als beispielsweise in den Wachstumsmärkten China oder Indien. NSN ist in den Nordamerika jedoch noch realtiv schwach vertreten.