Anklage gegen Ex-Siemens-Vorstand Wilhelm geplant

06.03.2010 von Christine Rosenboom

Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung will die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth Anklage gegen Günter Wilhelm erheben, der von 1992 bis 2000 dem Siemens-Zentralvorstand angehörte. Wilhelm soll, so der Vorwurf, den bereits wegen Veruntreuung von Firmenvermögen verurteilten Ex-Siemens-Vorstand Johannes Feldmayer aufgefordert haben, dem langjährigen AUB-Chef Wilhelm Schelsky über einen Beratervertrag weiterhin Millionenbeträge zukommen zu lassen.

Die Ermittler betrachten dies als Anstiftung zur Untreue. Der Anwalt von Wilhelm wollte sich zur bevorstehenden Anklage gegenüber der süddeutschen Zeitung nicht äußern.

Neben Wilhelm sollen zwei weitere Ex-Siemens-Manager angeklagt werden. Die Staatsanwaltschaft erklärte, dass die Ermittlungen in diesen drei Fällen “unmittelbar vor dem Abschluss” stünden.

Das Ermittlungsverfahren gegen den früheren Finanz-Vorstand und Aufsichtsratschef Karl-Hermann Baumann wurde von der Staatsanwaltschaft dagegen eingestellt. Hanns W. Feigen, Baumanns Anwalt, erklärte, sein Mandant sei an den Vorgängen um die AUB und um Schelsky weder beteiligt gewesen noch habe er davon gewusst. Das, so Feigen weiter, mache die von der Staatsanwaltschaft “sorgfältig begründete Verfahrenseinstellung deutlich“.