Kurzarbeit: Urlaub, Krankheit, Krankenversicherung

06.03.2010 von Inken Wanzek

Krankmeldung während der Kurzarbeit

Bei prozentualer Reduzierung der Arbeitszeit bei Kurzarbeit ist es selbstverständlich, dass Krankmeldungen wie gewohnt dem direkten Vorgesetzten oder der Personalabteilung gemeldet werden müssen.

Doch wie ist das bei Kurzarbeit Null? Auch hier gilt: Krankmeldungen sind beim Vorgesetzten anzumelden. Eine Krankmeldung hat wie gewohnt unverzüglich zu erfolgen.

Der Grund ist: Während Kurzarbeit Null ruht zwar die Hauptleistungspflicht, also zu arbeiten, die Nebenpflichten des Arbeitnehmers bleiben aber bestehen. Ebenso gelten natürlich auch die Nebenpflichten des Arbeitgebers weiter.

Krankenversicherung

Kurzarbeit kann für manche Mitarbeiter dazu führen, dass sie sich wieder gesetzlich versichern müssen. Dies tritt dann ein, wenn durch das reduzierte Gehalt, die Beitragsbemessungsgrenze unterschritten wird. Die Beitragsbemessungsgrenze liegt für 2010 bei 45.000 Euro (3.750,00 / Monat).

Nur Mitarbeiter, die mindestens 55 Jahre alt sind können unabhängig von der Beitragsbemessungsgrenze Mitglied der privaten Krankenversicherung bleiben.

Urlaub während der Kurzarbeit

Während der Kurzarbeit hat man unverändert vollen Urlaubsanspruch. Urlaubsanträge sind auch bei Kurzarbeit Null an den direkten Vorgesetzen zu richten. Es ist also zu beachten, dass auch in Kurzarbeit Null keine eigenmächtige Urlaubsverlängerung möglich ist.

Grundsätzlich kann der Arbeitgeber weder fordern den Urlaub zur Vermeidung der Kurzarbeit anzutreten noch fordern Urlaub während der Kurzarbeit zu nehmen. Er kann den beantragten Urlaub auch nicht ablehnen. Eine Ablehnung des Urlaubs ist nur aus dringenden betrieblichen Erfordernissen möglich und die liegen bei Kurzarbeit logischerweise nicht vor. Finanziell kann es für den Arbeitnehmer interessant sein, Urlaub während der Kurzarbeit zu nehmen. Denn es gilt:

Nimmt der Arbeitnehmer während der Kurzarbeit Urlaub hat er Anspruch auf ungekürztes Arbeitsentgelt, denn nach Bundesurlaubsgesetz gilt: „Verdienstkürzungen, die im Berechnungszeitraum infolge von Kurzarbeit, Arbeitsausfällen oder unverschuldeter Arbeitsversäumnis eintreten, bleiben für die Berechnung des Urlaubsentgelts außer Betracht.“ (§ 11 BUrlG).

Ist zusätzlich Urlaubsgeld tarifvertraglich geregelt, wie dies bei den tariflichen NSN Mitarbeitern in Deutschland der Fall ist, haben sie auch während der Kurzarbeit Anspruch auf dieses Urlaubsgeld. Freiwillige Leistungen des Arbeitgebers werden nämlich nicht von Kurzarbeit erfasst.