Tarifabschluss in Bayern

06.03.2010 von Christine Rosenboom

Am 23.2.2010 einigten sich die IG Metall und der Verband der Bayerischen Metall und Elektroindustrie (VBM) auf die neuen Tarifverträge.

Der neue Entgelttarifvertrag hat eine Laufzeit von 23 Monaten und gilt bis zum 31. März 2012. Er sieht zwei Einmalzahlungen in Höhe von jeweils 160 Euro im Mai 2010 und im Dezember 2010 vor (Auszubildende erhalten zweimal 60 Euro). Ab April 2011 werden die Gehälter dann um 2,7 Prozent erhöht. Diese Erhöhung kann aber auch um zwei Monate nach vorne (theoretisch) oder nach hinten verschoben werden.

Nun ja, bei vielen Kollegen gleicht dieser Betrag noch nicht einmal die Kürzungen aus, die sie bei der ERA-Leistungsbeurteilung hinnehmen mussten. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen – der ERA-Tarifvertrag wurde nicht von den Arbeitgebern forciert, sondern von der IG Metall.

Tarifvertrag „Zukunft in Arbeit“

Wenn die maximale Laufzeit der gesetzlichen Kurzarbeit ausgeschöpft ist, der Betrieb aber mindestens 12 Monate in der Kurzarbeit war, kann für weitere mindestens sechs Monate die neue tarifliche Kurzarbeit einsetzen. Weihnachts- und Urlaubsgeld werden in dieser Zeit durch zwölf geteilt und auf das Kurzarbeitergeld aufgeschlagen. Da die gesetzliche Kurzarbeit dann ausgeschöpft ist, muss der Arbeitgeber das Kurzarbeitergeld dann selbst zahlen. Weihnachts- und Urlaubsgeld werden dann entsprechend der verkürzten Arbeitszeit abgesenkt. Die Beschäftigten haben während der tariflichen Kurzarbeit Kündigungsschutz.

Anschließend an die tarifliche Kurzarbeit kann noch nach dem Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung die Absenkung der Arbeitszeit auf höchstens 26 Wochenstunden folgen. Für diesen Fall wurde (ab der 30. Wochenstunde) ein Teilentgelt-Ausgleich vereinbart. Auch während dieser Zeit haben die Betroffenen Kündigungsschutz.

Da wir bei NSN in Bayern erst mit der gesetzlichen Kurzarbeit beginnen, die für maximal 18 Monate vereinbart wurde, hat dieser Tarifvertrag erst einmal keine praktische Bedeutung für uns.