IG Metall kündigt Chauffeur

08.03.2010 von Christine Rosenboom

… weil er einen freien Abend pro Woche wollte.

Zwei Jahre lang arbeitete der 46-jährige Horst H. als Fahrer für den IG-Metall-Vorstand Detlef Wetzel. Er machte Überstunden und arbeitete auch am Wochenende.

Ich habe zwei Jahre lang bis zu 14 Stunden täglich als Fahrer und im Bereitschaftsdienst gearbeitet. Natürlich ist mir klar, dass man als Vorstandsfahrer keinen Acht-Stunden-Tag hat. Aber gesetzlich vorgeschriebene Ruhezeiten nachts waren meinem Chef egal. Oft musste ich nach nur fünf Stunden Schlaf wieder auf der Matte stehen.“, sagte Horst H. der Bild-Zeitung.

Kurz nachdem er um einen freien Abend pro Woche für sich gebeten hatte, wurde Horst H. im Januar 2010 gekündigt. Der Chauffeur behauptet: „Ich wurde nach Hause geschickt. Jemanden, der sich über die Stunden beschwert, bräuchte man nicht. Man kündigte mir und ich wurde freigestellt. Die Gründe für die Kündigung wurden mir bis heute nicht genannt.“ Ein Kündigungsgrund ist das auf keinen Fall.

Jetzt klagt Horst H. gegen seine Entlassung. Die Gerichtsverhandlung soll im Mai beginnen.

Die IG Metall wies die Vorwürfe auf Nachfrage zurück. “Diese treffen nicht zu“, sagte eine Sprecherin, ohne allerdings die Gründe für die Entlassung zu erläutern. “Im Detail kommentieren wir die Angelegenheit nicht, weil es sich um ein laufendes Verfahren handelt.” Das ist die klassische Arbeitgeberantwort in solchen Fällen!

Gewerkschaften sind schon länger als Arbeitgeber bekannt, die nicht zimperlich mit ihren Mitarbeitern umgehen. Horst H. dürfte darum gut beraten sein, wenn er sich langfristig einen besseren Arbeitgeber sucht.