Massiver Stellenabbau bei SIS befürchtet

17.03.2010 von Inken Wanzek

Die größte Gemeinsamkeit der von Siemens ausgegliederten Sparten ist: Siemens will die unliebsamen Töchter am liebsten loswerden. Dementsprechend gleichen sich die Wege.

„Wir sind bei SIS etwa zwischen dem Schritt Zusammenlegung COM und Verkauf an BenQ“, sagten SIS Mitarbeiter.

Bei SIS steht die Ausgliederung in ein selbständiges Unternehmen zum 1.7.2010 an, mit dem Ziel die SIS so schnell wie möglich gänzlich los zu werden. 2009 waren fortgeschrittene Verkaufsverhandlungen mit der Deutschen Telekom gescheitert. Siemens will nun den Bereich in Eigenregie umbauen, hieß es in einem Bericht des Handelsblattes unter Berufung auf Unternehmenskreise.

Laut Handelsblatt sieht das Restrukturierungskonzept einen Stellenabbau im vierstelligen Bereich vor. Diese Zahl korreliert mit dem Umsatzrückgang von etwa 20 Prozent, den die SIS verzeichnet. Dies entspräche 2.000 von etwa 10.000 Arbeitsplätzen in Deutschland bzw. 8.000 von weltweit etwa 40.000 Mitarbeitern. Dazu wollte sich die Unternehmenssprecherin nicht äußern. Spekuliert wird aber, dass mehrere tausend Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen könnten. Den Stellenabbau wolle Siemens möglichst sozialverträglich gestalten, hieß es.

Großkunden wie Nokia Siemens Networks orderten deutlich weniger. Hinzu kämen Managementfehler: So habe SIS beispielsweise das Outsourcing-Geschäft vernachlässigt. Auch der operative Gewinn sei zuletzt in Richtung Verlustzone gesunken.

Siemens hält sich nach der Restrukturierung alle Optionen offen. ¬ Ein Verkauf gilt als ebenso möglich wie ein Börsengang.

Die Mitarbeiter sind beunruhigt, sehen sie doch an dem Beispiel anderer Ausgliederungen, dass dort die Lage nicht besser geworden ist – im Gegenteil. „Wir schätzen ein, dass die SIS selbständig, ohne SAG im Hintergrund, Null Chancen haben wird und so unser Untergang bevorsteht.“, fürchten die Mitarbeiter.