ERA Anpassungsfond Berlin

24.03.2010 von Christine Rosenboom

Bis Februar 2006 mussten alle Tarifmitarbeiter einen Teil ihrer Tariferhöhungen in einen ERA-Anpassungsfond einzahlen. Die Mittel aus diesem Fond sollten es dem Arbeitgeber ermöglichen, ERA kostenneutral einzuführen. Erwartungsgemäß wurden die Mitarbeiter bei der Eingruppierung jedoch eher abgruppiert, sodass der Anpassungsfond in Berlin, wie in anderen Standorten auch, bei weitem nicht aufgebraucht wurde. Spätestens 2012 müsste die noch vorhandene Summe an die Tarifmitarbeiter ausgezahlt werden, die dann noch im Betrieb sind.

Der Betriebsrat in Berlin hat jetzt eine Betriebsvereinbarung abgeschlossen, die die Auszahlung der Mittel aus dem ERA- Anpassungsfond regelt.

Die Mittel im Anpassungsfond werden gleichmäßig auf alle Anspruchsberechtigten verteilt. Der Auszahlungsbetrag bestimmt sich also aus der Gesamtsumme geteilt durch die Anzahl der anspruchsberechtigten Tarifmitarbeiter in Berlin. Der Betriebsrat schätzt diesen Auszahlungsbetrag auf etwa 1.400 Euro. Er soll mit der Monatsabrechnung im April 2010 ausgezahlt werden.

Nun ja, zumindest ein kleines Schmerzensgeld, auch wenn es die Verluste, die viele Mitarbeiter durch die Abgruppierung bei ERA-Einführung und bei der Herunterstufung in ihrer Leistungsbeurteilung hinnehmen mussten bei weitem nicht ausgleicht.

Die Mitarbeiter in München müssen weiter geduldig warten, ob es doch noch jemals zur Auszahlung des ERA-Anpassungsfonds kommt. Der Münchner Betriebsrat könnte sich hier einfach mal am Betriebsrat in Berlin orientieren.