Berlin: Stand der Verhandlungen zur Kurzarbeit

27.03.2010 von Christine Rosenboom

Leider findet man auf der Homepage des Betriebsrats Berlin keinen Zwischenbericht über den aktuellen Stand der Verhandlungen zur Kurzarbeit, auch wenn die Belegschaft wie auf Kohlen sitzt. Es finden also wieder IG Metall-Geheimverhandlungen hinter verschlossenen Türen statt, wie immer, aber ihr habt ja uns.

Die Verhandlungen zwischen Betriebsrat und Betriebsleitung in Berlin werden fortgesetzt, sie sollen jedoch noch vor Ostern abgeschlossen sein. Nach Aussage des Betriebsleiters München Martinstraße auf der gestrigen Betriebsversammlung werden sich die Betriebsvereinbarungen der Standorte Berlin, Greifswald, Düsseldorf und Leipzig an den Eckpunkten der Münchner Betriebsvereinbarung zur Kurzarbeit orientieren. Man hat also den Standort mit dem offensichtlich schwächsten Betriebsrat dazu benutzt, um die Maximalforderung des Arbeitgebers durchzusetzen und dies dann als neuen Maßstab zu etablieren.

Die Zahl der von Kurzarbeit betroffenen Mitarbeiter in Berlin wird zunächst in etwa so bleiben wie bereits berichtet. Die anstehende Umorganisation bei BSO CBC R&D, Solution Management und Product Management, die bis 1.5.2010 abgeschlossen sein soll, lässt jedoch vermuten, dass vor allem Aufgaben in der R&D von Berlin nach Polen verlagert und die betroffenen Mitarbeiter dann ebenfalls in Kurzarbeit Null geschickt werden könnten. Anhand der den Mitarbeitern vorgestellten Folien sieht man, dass Warschau immer stärker wird und nun mit Berlin gleichzieht. Es herrscht daher auch in Berlin viel Verunsicherung darüber, wer mit welchem jetzigen Projekt wohin kommt, oder ob er gleich in Kurzarbeit Null landen wird.

Wie auch die Münchner Kollegen, träumen die Berliner Mitarbeiter davon, dass es wenigstens bei der 3-wöchigen Ankündigungsfrist für die Kurzarbeit bleiben wird, aber das Damoklesschwert einer Sondervereinbarung zwischen den Tarifparteien, die eine Verkürzung der Ankündigungsfrist auf eine Woche erlauben würde, hängt noch über den Köpfen der Kollegen in München ebenso wie in Berlin. Wir beobachten weiter.