Geschäftsplan SIS bis 2013

28.03.2010 von Inken Wanzek / Christine Rosenboom

Die drei Wettbewerber mit der höchsten Ergebnis-Marge sind mit Abstand IBM Global Services, Accenture und HP Services. Trotz Wirtschaftskrise erhöhte sich die Marge von HP Services von ca. 11 Prozent in Q3 2008 auf 15 Prozent in Q4 2009. Die Marge von IBM stieg von ca. 13 Prozent in Q3 2008 auf ebenfalls 15 Prozent in Q4 2009. Accenture hatte zwar einen kurzfristigen Einbruch in Q3 2009, erholte sich aber wieder auf die ursprüngliche Marge von ca 13,5 Prozent.

Die SIS dagegen startete in Q3 2008 mit einer Marge von ca. 2,9 Prozent fiel dann ziemlich kontinuierlich bis Q3 2009 auf eine Null-Marge ab und erholte sich im letzten Quartal 2009 wieder auf 1,9 Prozent. Dieser Wert liegt deutlich unter dem schlechtesten Wert der drei Branchenführer. Selbst Capgemini als Branchenvierter liegen etwa ein Prozent über der Marge von SIS.

Siemens beabsichtigt mit den definierten Maßnahmen bis 2012 eine Rückkehr zu Marktwachstum und marktüblicher Profitabilität zu erreichen. Der Umsatzverfall der SIS soll 2010 gestoppt und 2011 wird eine Stabilisierung des Geschäfts auf einem Niveau von ca. 4,1 Mrd. Euro angestrebt.

Die SIS NewCo soll im Geschäftsjahr 2011 eine Marge von 1,5 Prozent, 2012 eine Marge von 3,1 Prozent und 2013 eine Marge von 6,7 Prozent erzielen. Die finanziellen Belastungen des Umbaus werden auf die Jahre 2010 und 2011 verteilt, wobei der größte Teil im Jahr 2010 anfällt.

Umbau und Investitionen sollen die Siemens-Bilanz nur noch bis zum Ende des Geschäftsjahres 2011 belasten. Joe Kaeser will also offensichtlich bis zum Geschäftsjahresende 2011 alle Problemfelder einschließlich SIS und NSN bereinigt haben. Die angepeilte Marge von 6,7 Prozent im Geschäftsjahr 2013 ist eine sportliche Herausforderung, wie man bei Siemens sagt. Um auf Dauer am Markt überleben zu können, müsste die SIS NewCo einer der drei Marktführer werden. Davon sind sie auch mit einer Marge von 6,7 Prozent weit entfernt und ohne Siemens höchstwahrscheinlich nicht überlebensfähig.

Auf der Betriebsversammlung in München am 24.3.2010 wurde gesagt, wenn die SIS auch in Zukunft die finanziellen Vorgaben von Siemens nicht einhält, werde die SIS rigoros abgestoßen. Sie habe dann keine weitere Chance mehr. Auf die Frage auf einer weiteren Betriebsversammlung in Fürth, wie dies erreicht werden soll, wusste SIS CEO Christian Oecking dort keine überzeugende Antwort zu geben. Siemens gibt der SIS folglich keine Chance zu überleben.