NSN: Stellenabbau in Bruchsal

01.04.2010 von Inken Wanzek

Nokia Siemens Networks gab gestern auf einer Mitarbeiterversammlung bekannt, dass im Werk Bruchsal mindestens 270 Arbeitsplätze abgebaut werden sollen. Dem Stellenabbau vorausgegangen war im Werk Bruchsal Kurzarbeit. Die seit etwa einem Jahr laufende Kurzarbeit sei schließlich keine Dauerlösung, sagte Unternehmenssprecher Stefan Zuber. In Bruchsal gibt es derzeit noch etwa 900 Mitarbeiter.

Da klingt es wie Hohn, wenn die Konzernleitung diesen Stellenabbau als notwendig für die Zukunftssicherung für den Standort Bruchsal darstellt. „Das haben wir in den vergangenen Jahren leider schon zu oft gehört“, sagte Betriebsratsvorsitzender Ernst Färber gestern der Bruchsaler Rundschau. Der Betriebsrat befürchtet hingegen, dass bis zu 350 Stellen den Streichungen zum Opfer fallen. Damit würden die Arbeitsplätze in der Fertigung quasi halbiert.

Nach den Plänen von NSN sollen Gewinn bringende Fertigungsbereiche nach Asien verlagert werden. Dafür sollen neue Nischenprodukte in Bruchsal produziert werden. Andere Versuche, die zu hohen Kosten im Bruchsaler Werk in den Griff zu bekommen, seien leider fehlgeschlagen, so Zuber. Zubers Schlussfolgerung: „Wir müssen vom Volumen hin zur Qualität kommen.“ So soll in Bruchsal der Ingenieursbereich gestärkt werden, um künftig hochwertige neue Produkte zur Marktreife zu bringen, hieß es beim Unternehmen. Der Betriebsratsvorsitzende sagte hingegen: „Ein massiver Stellenabbau in dieser Größenordnung käme einer Amputation gleich.“ Dies sei ein Eingriff, bei dem keiner sagen könne, ob es der Patient überhaupt überlebt.

Heute fand in Bruchsal eine Betriebsversammlung zum angekündigten Stellenabbau statt.