BSH – Werk in Spandau wird geschlossen

03.04.2010 von Christine Rosenboom

Nach fast 60 Jahren wird im Juni 2012 das Spandauer Werk von Bosch und Siemens Hausgeräte (BSH) in Berlin geschlossen, 230 Mitarbeiter verlieren dadurch ihren Arbeitsplatz. Viele Mitarbeiter sind Hilfsarbeiter mit geringen Qualifikationen, zudem sind die meisten jenseits der 40 Jahre.

Die Verhandlungen über die Details der Schließung zwischen Betriebsrat und Betriebsleitung hatten sich mehr als ein Jahr lang hingezogen. Der Sozialplan lässt sich sehen.

Die BSH-Arbeiter bekommen eine Abfindung von zwei Monatsgehältern pro Jahr der Betriebszugehörigkeit. Darüber hinaus können sie in eine 18-monatige beE wechseln. Kollegen, die mindestens 55 Jahre alt sind, können in den Vorruhestand wechseln, die Verluste bei der Rente gleicht BSH aus. 40 der Beschäftigten sollen in Zukunft im Berliner Forschungszentrum Prototypen bauen.

BSH will in Siemensstadt ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum für die 550 Beschäftigten bauen, die schon jetzt in Berlin neue Produkte für den Bereich Wäschepflege entwerfen, erklärte der Konzern. Im Sommer werde der Grundstein dafür gelegt. Zudem soll es umfangreiche Kooperationen mit Hochschulen geben.

Damit geht der Abbau des einst umfangreichen Industriesektors in Berlin weiter. Bereits 2006 wollte BSH das Werk schließen, weil die Kosten zu hoch waren. Nach heftigen Protesten der Belegschaft und monatelangen Verhandlungen wurde eine Fortführung bis Ende Juli 2010 vereinbart – gegen Einschnitte bei Lohn und Mehrarbeit. Doch trotz der Zugeständnisse war das Werk nicht mehr zu retten, seit den neunziger Jahren ist das Werk nicht weiterentwickelt worden, Maschinen und Produkte sind völlig veraltet.