Kurzarbeit – dann Stellenabbau, auch bei SIS

08.04.2010 von Inken Wanzek

Vor kurzem hatten wir über das Werk Bruchsal berichtet, in dem 270 Arbeitsplätze abgebaut werden sollen. Kurzarbeit war diesem Stellenabbau vorausgegangen.

Auch bei der SIS war der jetzigen Umstrukturierung, die mit einem Personalabbau in Höhe von 2000 Arbeitsplätzen verbunden ist, in Deutschland Kurzarbeit vorausgegangen.

In der SIS GO GAA, eine der Hauptbereiche, in denen Kurzarbeit veranschlagt war, wurde nun am 1. April in allen Abteilungen und Standorten die Kurzarbeit für beendet erklärt. Die GAA erklärte sinngemäß, dass man sich nun auf dauerhaften Personalabbau im Rahmen der Restrukturierung konzentrieren möchte.

Die SIS-Betriebsräte stehen heute auf dem Standpunkt, dass jetzt kein konjunktureller, sondern ein struktureller Einbruch vorliegt, für den Kurzarbeit nicht vorgesehen ist. Sie genehmigen daher an einigen SIS-Standorten seit April keine weitere Kurzarbeit mehr.

Auch hier wieder das gleiche Bild: Erst Kurzarbeit, dann Stellenabbau. Kurzarbeit löst keine strukturellen Probleme, sichert in diesen Fällen auch keinen einzigen Arbeitsplatz. Die Mitarbeiter erleiden lediglich Gehaltseinbußen. Kurzarbeit kann ein gutes Instrument sein, aber sie muss sinnvoll und vor allem gleichmäßig über den Betrieb eingesetzt werden.