France Télécom: Staatsanwaltschaft untersucht Selbstmordserie

09.04.2010 von Christine Rosenboom

Seit 2008 haben sich bei der France Télécom mehr als 40 Mitarbeiter das Leben genommen. Eine Klage der Gewerkschaft Sud und ein Bericht des französischen Gewerbeaufsichtsamts haben nun dazu geführt, dass die Pariser Staatsanwaltschaft in den kommenden Tagen richterliche Vorermittlungen veranlassen wird.

In der Klage wird der France Télécom vorgeworfen, die Gesundheit von Mitarbeitern durch die Umstrukturierung des Konzerns aufs Spiel gesetzt zu haben. Gleichzeitig wird das Management des Mobbings beschuldigt. Die Gewerkschaften machen den rasanten Umbau des einstigen Staatskonzerns mitverantwortlich für die Selbstmordserie, durch den viele Beschäftigte versetzt und Arbeitsabläufe verändert wurden. Wegen der Selbstmordserie musste bereits Konzernchef Didier Lombard Anfang März seinen Posten räumen.

Mitte März hatte die Staatsanwaltschaft im ostfranzösischen Besançon erstmals ein Ermittlungsverfahren zu einem Mitarbeiterselbstmord eingeleitet, in dem der Konzern und ein Regionalmanager der fahrlässigen Tötung beschuldigt werden.