SIS NewCo: Zukunftsaussichten

11.04.2010 von Inken Wanzek

Die Zukunft der Mitarbeiter in der SIS NewCo? Man weiß es nicht, auch nicht Siemens, man weiß nur, dass es für die SIS NewCo schwer sein wird, von ihrem fünften Platz unter den Wettbewerbern zu einem der ersten drei Marktführer aufzusteigen. In der Wirtschaft wird gesagt, dass dauerhaft nur die ersten drei in einer Branche überleben werden.

Die SIS NewCo hat ein Stammkapital von 25 Mio. Euro. Das Stammkapital muss bei der Gründung einer GmbH in die Gesellschaft eingebracht werden. Es ist nicht zu verwechseln mit dem Vermögen eines Unternehmens. Hinzu kommt eine von Siemens versprochene Investitionssumme von 500 Millionen Euro. Siemens gibt der neuen Gesellschaft also ein Startkapital mit auf den Weg.

Trotzdem wird es schwierig für die SIS werden. Die Wettbewerber der SIS sind ihr deutlich voraus. Zum Vergleich, NSN befand sich beim Start des Unternehmens auf Platz 3 der Liste der Wettbewerber und ist heute auf Platz 4 abgerutscht.

Die drei Wettbewerber der SIS mit der höchsten Ergebnis-Marge sind, wie berichtet, mit Abstand IBM Global Services, Accenture und HP Services. Trotz Wirtschaftskrise erhöhte sich die Marge von HP Services von ca. 11 Prozent in Q3 2008 auf 15 Prozent in Q4 2009. Die Marge von IBM stieg von ca. 13 Prozent in Q3 2008 auf ebenfalls 15 Prozent in Q4 2009. Accenture hatte zwar einen kurzfristigen Einbruch in Q3 2009, erholte sich aber wieder auf die ursprüngliche Marge von ca. 13,5 Prozent.

Die SIS dagegen startete in Q3 2008 mit einer Marge von ca. 2,9 Prozent, fiel dann ziemlich kontinuierlich bis Q3 2009 auf eine Null-Marge ab und erholte sich im letzten Quartal 2009 wieder auf 1,9 Prozent. Dieser Wert liegt deutlich unter dem schlechtesten Wert der drei Branchenführer. Selbst Capgemini als Branchenvierter liegt etwa ein Prozent über der Marge der SIS.

Die Zukunftsaussichten der SIS NewCo sind daher – legt man die Erfahrung anderer Ausgliederungen wie beispielsweise NSN zugrunde – eher negativ einzustufen.