SIS: Ein interessanter Rückblick

13.04.2010 von Inken Wanzek

Manches, was in der Vergangenheit so harmlos aussah und den Mitarbeitern als harmlos und nur günstig für sie verkauft wurde, stellt sich dann in naher Zukunft als Teil eines wohl durchdachten Planes heraus, der für die Belegschaft plötzlich gar nicht mehr so günstig erscheint.

Im Jahre 2007 wurde die SIS wieder in die Siemens AG eingegliedert und mit den Siemens-Betrieben verschmolzen und beide bildeten nun einen gemeinsamen Siemens-Betrieb.

Diese gemeinsamen Betriebe hat man im September 2009 wieder in zwei Betriebe aufgespaltet. Damals hieß es, dies geschehe nur, damit die SIS einen eigenen GBR bekäme und der GBR der Siemens AG von den SIS-spezifischen Themen entlastet werde. Gleiches gelte für die lokalen Betriebsräte. Zusätzlich wurde argumentiert, man wolle für die kommenden BR-Wahlen (2010), die ja nur alle vier Jahre stattfänden, gerüstet sein. Nun, der GBR ist ein gemeinsamer geblieben, denn noch gehört die SIS ja zur Siemens AG, die lokalen Betriebsräte sind seit der letzten Wahl getrennt.

Welch ein Entgegenkommen des Arbeitgebers! Er spaltet extra Betriebe auf, damit die Arbeitnehmerinteressen besser vertreten werden können. Betriebsrat und IG Metall hatten damals vor dieser Abspaltung gewarnt und gesagt, dies könne der erste Schritt zu weiteren Maßnahmen sein. Damals unterbrachen die Mitarbeiter in Mch P ihre Betriebsversammlung zu einer 15-minutigen Spontandemo gegen die Abspaltung.

Heute wissen wir, wozu diese Aufspaltung diente. Sie war die Vorbereitung für das Konstrukt der SIS-A und der SIS NewCo. In diesem Konstrukt gehen sowohl Ausgliederung und Entsorgung der Mitarbeiter bedeutend leichter für den Arbeitgeber vonstatten.

Was lehrt uns das? Der Arbeitgeber tut selten Dinge, um den Arbeitnehmern selbstlos entgegenzukommen. Bei jeder Maßnahme sollte man also sehr genau hinsehen, welchen Sinn und Zweck sie haben könnte, welches Ziel der Arbeitgeber ins Auge gefasst haben könnte. Aber das Hinsehen fällt manchmal schwer, will man doch eigentlich gar nicht wissen, was kommen könnte. Es beunruhigt doch nur.

Zum Trost sei gesagt, weder Gewerkschaft noch Betriebsrat hätten gegen den Willen des Arbeitgebers diese Abspaltung verhindern können, die Rechtslage gibt das nicht her.