NSN: Kritische Töne aus dem BR Berlin

14.04.2010 von Inken Wanzek

Der Betriebsrat in Berlin ist wieder erwacht. Er informiert die Mitarbeiter, die in Kurzarbeit Null gehen müssen, über FAQs auf der BR-Homepage und lädt am Freitag, den 16.4.2010 von 10 bis 12 Uhr die betroffenen Mitarbeiter ins Futurelab zu einer BR-Veranstaltung über Kurzarbeit ein.

Futurelab, Nomen est Omen, ein guter Ort, geht es doch um die Zukunft der Mitarbeiter. Vielleicht entstehen in diesem Zukunftslabor auch Ideen, wie es mit NSN Berlin und Kurzarbeit Null weitergehen soll.

Kritische Töne gegen die Kurzarbeit sind nun auch vom Berliner Betriebsrat zu hören, auch wenn er nach wie vor zur Kurzarbeit steht. Muss er auch, schließlich hat der GBR die Initiative für die Kurzarbeit ergriffen, in der Hoffnung, Arbeitsplätze zu retten.

Der Betriebsrat prangert die Umsetzung der Kurzarbeit an, insbesondere die Art und Weise, wie mit den Mitarbeitern umgegangen wird. Diese „Art und Weise“ kennen viele Mitarbeiter seit Jahren. Sie wissen, dass sie Ressourcen sind, die in Zahlen ausgedrückt werden, dass sie „identifiziert“ werden, sei es für Kurzarbeit Null, sei es für Arbeitsentzug, den man nun guten Gewissens mit Kurzarbeit Null tarnen kann.

„Man fragt sich“, so der Betriebsrat in Berlin, „ob die umsetzenden Leute wirklich die Firmenwerte kennen und wie wichtig diese Werte der Firma sind, wenn denn so wenig auf ihre Einhaltung gedrungen wird.“ Eine Frage, die wir schon seit Jahren stellen.

„In konjunkturelle Kurzarbeit können Menschen geschickt werden, die bedingt durch die Wirtschaftslage zeitweise keine Aufgaben haben“, heißt es auf der Betriebsratshomepage. Da uns, auch aus Berlin, viele Mails erreichen, in denen Mitarbeiter erzählen, dass sie eher überlastet als ohne Aufgaben sind, müssten in Berlin und München eigentlich viele Widersprüche zur Kurzarbeit (http://blog.nci-net.de/2010/04/02/einspruch-gegen-kurzarbeit/) von Mitarbeitern und Betriebsrat geschrieben werden.

Mal sehen, was herauskommt. Mal sehen, ob die Einigungsstelle angerufen wird, weil Arbeitgeber und Betriebsrat und die paritätische Kommission, die Situation der widersprechenden Mitarbeiter verschieden beurteilen. Wir hoffen sehr, dass hier von den Betriebsräten genau hingesehen wird.