SIS Österreich wird zum 1. Oktober ausgegliedert

19.04.2010 von Inken Wanzek

Am 1. Oktober sollen die 1.500 Mitarbeiter der SIS Österreich in eine hundertprozentige Tochtergesellschaft übergeführt werden. 500 sollen bei Siemens Österreich bleiben (SIS A und SIS New Co, also auch in Österreich).

Die Ausgliederung gab Brigitte Ederer, Vorstandsvorsitzende von Siemens Österreich auf einer Pressekonferenz in Eisenstadt Ende letzter Woche bekannt.

Es gebe eine eindeutige Entscheidung in der Konzernzentrale, dass man sich nicht von IT-Struktur oder vom Schwerpunkt IT verabschieden wolle, so Ederer. Es gehe darum, “einfach ein bisschen flexibler zu sein”. “Es unterscheidet sich trotzdem die IT von den Kerngeschäften wie Energie und Industrie, daher wird das Ganze herausgenommen.” Für die Kunden ändere sich nichts, auch für die Mitarbeiter “ändert sich im Moment gar nichts, auch nicht mit 1. Oktober”, so Ederer. Auffällig ist hier der Einschub „im Moment“.

Allerdings äußerte sich Eder kritisch zur SIS Sparte SIS SDE, früher PSE. Hier sei ausschließlich Softwareentwicklung für den Siemens Konzern gemacht worden, wie das österreichische Nachrichtenmagazin „Der Standard“ berichtete. 65 Prozent seien dort für die Telefonie gemacht worden. “Siemens hat sich in Wahrheit von der Gesamttelefonie im Großen und Ganzen verabschiedet. Es gibt keine Priorität mehr sich im Siemens-Portfolio mit der Telefonie zu beschäftigen”. Salopp gesagt gebe es für “65 Prozent dieser Mitarbeiter nicht wirklich mehr einen Kunden”, meinte Ederer. “Wir bemühen uns sehr, dass wir weiter den Kunden Nokia halten, aber im Laufe dieser Entwicklung gab es natürlich die Notwendigkeit dort Menschen abzubauen, aber das ist reine Softwareentwicklung Telefonie”, hält sie fest. “Da sind wir noch nicht ganz durch, da haben wir eine gemeinsame Zahl erarbeitet.”

Im Klartext heißt das: Für die Mitarbeiter in diesem Bereich sieht es düster aus. Für die Mitarbeiter habe man, so Eder, einen sehr großzügigen Sozialplan gemacht. Andere Abbaupläne gebe es für die Tochtergesellschaft aber nicht.