Kurzarbeit: Entgelt bei Arbeitsverhinderung

20.04.2010 von Christine Rosenboom

In der heutigen TelCo mit den Berliner und Münchner NSN-Kollegen die von Kurzarbeit betroffen sind, erklärte die Personalabteilung, dass bei Krankheit während der Kurzarbeit nur 80 Prozent des bisherigen Bruttos von NSN gezahlt wird. Das ist nicht richtig.

Nach Punkt 3 der Betriebsvereinbarung zur Kurzarbeit werden alle betrieblichen und tariflichen Leistungen durch die Kurzarbeit nicht beeinflusst, d.h. während der Kurzarbeit wird der Anspruch so berechnet, als ob der Mitarbeiter nicht kurz arbeiten würde. Zu den Leistungen, die hier explizit aufgeführt wurden, gehören auch das Entgelt bei Krankheit, sowie die Entgeltfortzahlung bei Arbeitsverhinderung.

Eine Arbeitsverhinderung liegt vor, wenn dem Arbeitnehmer die Arbeitsleistung für eine verhältnismäßig kurze Zeit nicht zugemutet werden kann. Eine solche Arbeitsverhinderung kann bei einer Erkrankung des Arbeitnehmers, aber auch z.B. bei besonderen Ereignissen in der Familie (Todesfall, Geburt, Hochzeit – was dazu zählt, ist im Manteltarifvertrag festgeschrieben) sowie bei Wahrnehmung behördlicher Termine oder besonderer Ehrenämter (wie beispielsweise Betriebsratstätigkeit) vorliegen.

Der Mitarbeiter hat also Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall durch den Arbeitgeber für die Zeit der Arbeitsunfähigkeit bis zur Dauer von sechs Wochen (§3 EntgFG) in voller Höhe.