Stimmungsbild von außerhalb Münchens

20.04.2012 von Christine Rosenboom

Ein Kollege hat uns folgendes Stimmungsbild aus seinem Standort zugesandt:

„Im Grunde hat “man” es zugelassen, dass Jahrzehnte gewerkschaftlicher Arbeit und sozialer Fortschritt auf den Müll gekippt wurden. Und aus Menschen ein Wirtschaftsgut gemacht wurde: eine Sache, die einen Preis hat, aber keinen Wert.

Wir haben in unserem Standort einige (wenige) finnische Kollegen, die das Ganze übrigens irgendwie als nicht gut, aber normal ansehen. Sie sind nichts anderes gewohnt, es scheint ein normales Vorgehen bei Nokia zu sein. Natürlich sind es Einzelmeinungen, aber doch erschreckend.

Mit den Kollegen zu diskutieren habe ich aufgegeben. Sie vergraben sich in die Vorstellung, dass NSN sie “braucht” und auf jeden verzichten kann, aber nicht auf sie. Solidarität existiert praktisch nicht. Sie werden erst aufwachen, wenn es sie selber trifft, und es wird zu spät sein.

Mal schauen, wie lange es mit dieser Firma noch geht. Ich kenne eine Menge Kollegen in München, denen ich es zugetraut habe, noch genügend Know-How und Erfahrung zu besitzen, um die Wende hinzubekommen; diese werden jetzt in die beE entsorgt oder haben eine Restmotivation von exakt Null.“