Größe der vier neuen Gesellschaften und ein Vergleich

26.04.2012 von Inken Wanzek / Christine Rosenboom


Neue Gesellschaften Anzahl MA heute Zahlen der Positivliste zum Zeitpunkt der „BR-Durchsicht“ der Namenslisten
NSN Optical GmbH 250 252
NSN Operations GmbH 300 305
NSN Deutschland GmbH 950 867
NSN Management GmbH 500 489
∑ 2000 ∑ 1913

 Es ist davon auszugehen, dass die vom Betriebsrats veröffentlichen Zahlen gerundet sind, um auf die offizielle Zahl von 2000 zu kommen. Rechnerisch ist der Unterschied relativ gering, für die 87 Mitarbeiter, die, die Differenz bilden, und die in die beE müssen, eine Schicksalsentscheidung, wie für alle anderen auch.

Namenslisten Anzahl MA Bemerkung
Positivliste 1913
Negativliste 1652 Ausgehend von 3565 MA (Stand 5.3.2012)
Anzahl Widersprecher ca. 16 (1% von 1652, laut Angaben von NSN)

 D.h. es wurden 52 Mitarbeiter mehr angeschrieben; 16 haben widersprochen, also sind 1636 Mitarbeiter gegangen.

Nach den Verhandlungen sollten 1600 Mitarbeiter abgebaut werden; tatsächlich sind 36 Mitarbeiter mehr abgebaut worden und 16 müssen mit einer betriebsbedingten Kündigung rechnen.

Am 1.4.2012 wurde von NSN ein Soll-Abbau von 1928 festgelegt. D.h. es wurden 292 Mitarbeiter weniger abgebaut, als ursprünglich geplant.

Nur zum Vergleich: 2002 sollten bei Siemens Mch H ursprünglich 2600 Mitarbeiter, ebenfalls unter der Drohung einer betriebsbedingten Kündigung, abgebaut werden. Später wurde mit Betriebsspaltung gedroht. Nach langen zähen Verhandlungen sollten nur noch 1100 Mitarbeiter gehen. Davon haben sich ca. 400 Mitarbeiter für eine Kündigungsschutzklage entschieden, ca. 200 davon wurden tatsächlich gekündigt, ca. 200 kündigte Siemens wegen Sonderkündigungsschutz dann doch nicht, denn der Betriebsrat schrieb fundierte Widersprüche. All diese Mitarbeiter konnten ihren Arbeitsplatz erhalten und etliche sind auch heute noch bei NSN.

Aber damals gab es keine Namenslisten. Damals war Heribert Fieber Betriebsratsvorsitzender und der Betriebsrat war auch IG Metall geführt, geprägt durch offene Informationspolitik; heute, wo alles so anders ist, ist es ein IG Metall geführter Betriebsrat à la Horst Schön. Damals war alles anders, sagen die Gegner. Es stimmt; damals war Überzeugung, Verantwortung, Kampfgeist in der IG Metall. Michael Leppek von der IG Metall Verwaltungsstelle München war in beiden Abbauwellen dabei, 2003 hatte er allerdings wenig Einfluss in der IG Metall. Damals traten die Mitarbeiter scharenweise aus Überzeugung in die IG Metall ein, heute sind die Eintritte wegen der IGM Sonderkonditionen unter Druck erfolgt. Welche Gewerkschaftsarbeit die bessere ist, mag jeder selbst beurteilen.